Stethoskop
Was ist Pseudokrupp?
Pseudokrupp zählt zu den Erkältungskrankheiten. Der keuchend bellende Krupphusten ist das klassische Anzeichen für diese Erkrankung der oberen Atemwege.
Pseudokrupp

Was ist Pseudokrupp?

Pseudokrupp ist eine Erkältungskrankheit, von der überwiegend Kleinkinder zwischen sechs Monaten und dem fünften Lebensjahr betroffen sind. Der Name setzt sich aus dem griechischen Wort „pseudo“ für „unecht“ und dem englischen Begriff für Kehlkopfentzündung „croup“ zusammen.

Medizinisch gilt die Bezeichnung „Pseudokrupp“ inzwischen als veraltet. Der Begriff stammt aus einer Zeit, in der die Kehlkopfdiphtherie synonym als „echter Krupp“ bezeichnet wurde. Diese Form der Kehlkopfentzündung war lebensgefährlich. Weil das äußerliche Symptom des sogenannten Krupphustens auch bei der in der Regel ungefährlicheren Erkältungskrankheit auftrat, nannte man diese zur Abgrenzung „Pseudokrupp“. Durch Impfungen im Kleinkindalter kann dem „echten Krupp“ in den westlichen Ländern heute in der Regel gut vorgebeugt werden.

Wegen des Leitsymptoms des Krupphustens wird die Bezeichnung Pseudokrupp noch immer umgangssprachlich genutzt. Medizinisch werden Erkältungskrankheiten, die als Symptom den Krupphusten aufweisen, jedoch inzwischen genauer nach dem Ort der Entstehung im Körper spezifiziert. Aus medizinischen Begriffen wie „Larynx“ für Kehlkopf, „Trachea“ für Luftröhre und „Glottis“ für Stimmritze entstehen dann die spezifischen Diagnosen „stenosierende Laryngotracheitis“, „Laryngitis subglottia“ oder auch „Larynglotrachebronchitis“.

Häufigkeit und Auslöser von Pseudokrupp

Pseudokrupp betrifft meist sehr junge Patienten bis zum Vorschulalter. Etwa 15 Prozent der Kleinkinder entwickeln bis zum fünften Lebensjahr wenigstens einmal einen Pseudokrupp. Jungen erkranken nach einer Studie des Robert Koch-Instituts doppelt so häufig an Pseudokupp wie Mädchen, übergewichtige Kinder öfter als normalgewichtige. Im Erwachsenenalter gilt Pseudokrupp als sehr selten. Wenn es auftritt, sind die Symptome meist weniger ausgeprägt als bei Kleinkindern. In den Wintermonaten liegt die Erkrankungsrate weit höher als in der warmen Jahreszeit. Auch sind Patienten, die in Großstädten mit stärkerer Luftverschmutzung wohnhaft sind, generell häufiger von Pseudokrupp betroffen, genauso wie Kleinkinder, die in Raucherhaushalten leben.

Anzeichen von Pseudokrupp

Pseudokrupp HustenDas klassische Anzeichen für einen Pseudokrupp ist ein harter, bellender Husten, der als Krupphusten bezeichnet wird. Bei den meisten Kindern entsteht auch ein pfeifend zischendes Geräusch bei der Einatmung, sogenannter Stridor. Die für den Pseudokrupp bezeichnenden Geräusche beim Husten und Atmen liegen insbesondere in der Anatomie von heranwachsenden Kindern: Der Bereich um den Kehlkopf ist noch vergleichsweise eng, weshalb bereits eine leichte Schwellung der Schleimhäute den Weg der Atemluft behindert und das Atmen erschwert. Eine starke Atemnot des Kindes kann allerdings auch auf andere Erkrankungen wie z. B. eine Kehldeckelentzündung (Epiglottitis) hinweisen. Hierbei ist durch Ursache meist keine virale Infektion, sondern wird durch das Bakterium Haemophilus influenza Typ B ausgelöst.

Obwohl Pseudokrupp in der Regel zu den generell unbedenklichen Erkältungskrankheiten zählt, ist besonders bei Babys und sehr kleinen Kindern Vorsicht geboten. Die Symptome des Krupphustens entstehen durch eine Verengung der Atemwege, die häufig durch eine für das Kind schmerzhafte Entzündung und Schwellung der Schleimhäute ausgelöst wird. In den meisten Fällen kommt es nachts spontan zu heftigen Hustenanfällen, oft wird das Kind direkt aus dem Schlaf gerissen.

Gefahren eines Pseudokrupp-Anfalls

Junge Patienten können die Reaktionen ihres Körpers in Form des bellenden Hustens häufig nicht einschätzen und leiden sehr unter dem quälenden Husten, der sie vom Schlafen abhält. Nicht selten steigert sich der Husten deshalb in eine Atemnot, der das Kind in Panik versetzt. Ein solcher Pseudokrupp-Anfall kann gefährlich werden. Es besteht Erstickungsgefahr, wenn das Kind weiterhin in Angst versucht, unkontrolliert Luft zu holen. In der Regel können vertraute Personen beruhigend auf das Kind einwirken und mit ein paar Maßnahmen, wie z. B. das Atmen am offenen Fenster, schnell Linderung bewirken. Hat sich der Pseudokrupp-Anfall allerdings in Panik und schnappende Atmung des Kindes potenziert, sollte unverzüglich der Notarzt gerufen werden. Oberstes Gebot bleibt bis zum Eintreffen der Sanitäter: Ruhe bewahren und beruhigend auf das Kind einwirken.

Sabrina Mandel