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Behandlung von Pseudokrupp
Zur Behandlung von Pseudokrupp bei Kleinkindern erfolgt meist eine Behandlung mit kortisonhaltigen Medikamenten.
Pseudokrupp

Behandlung von Pseudokrupp

Pseudokrupp tritt meist im Verlauf einer viralen Infektion auf. In vielen Fällen klingen die Symptome gemeinsam mit den Erkältungssymptomen wieder ab. Um dem Kind bei einem milden Pseudokrupp eine Linderung der Beschwerden zu verschaffen, gelten für die Eltern zunächst einmal dieselben Empfehlungen wie bei einer klassischen Erkältung. Die kleinen Patienten benötigen Ruhe und viel Schlaf, Aufregung sollte vermieden werden. Kommt es nachts zu einem leichten Pseudokrupp-Anfall, sollte das Kind aufrecht hingesetzt werden. Das Atmen am offenen Fenster kann Erleichterung verschaffen und dabei helfen, dass die Hustenanfälle nachlassen.

Sobald Atemnot bei den kleinen Patienten hinzukommt, sollte unbedingt mit dem behandelnden Kinderarzt Rücksprache gehalten werden. Auch das Symptom des Stridors, also einem deutlich hörbaren Geräusch beim Einatmen, erfordert grundsätzlich eine Beratung beim Arzt. Besonders bei Babys und sehr kleinen Kindern kann es durch einen Pseudokrupp-Anfall zu einer regelrechten Panikattacke kommen. Der kleine Patient steigert sich dann sukzessive in die Atemnot hinein und es droht Erstickungsgefahr. Für solche Fälle ist die medikamentöse Behandlung empfehlenswert. Kinderärzte sollten die Eltern diesbezüglich genau über einen Notfallplan und die Gabe entsprechender Medikamente aufklären.

Medikamentöse Behandlung von Pseudokrupp

Zur Behandlung akuter Pseudokrupp-Anfälle des ersten Schweregrades wird die Einnahme von Glukokortikoiden empfohlen, besser bekannt als Kortison. Diese Arzneimittelgruppe entwickelt entzündungshemmende und antiallergische Eigenschaften im Organismus und lässt im Falle von Pseudokrupp die Schleimhäute abschwellen.

Insbesondere bei Kindern mit Pseudokrupp wird der Wirkstoff Prednisolon empfohlen und auch zur Behandlung im akuten Anfall eingesetzt. Prednisolon ist in verschiedenen Ausführungen erhältlich: zur oralen Gabe als Retardkapsel, Saft, Tablette bzw. zum Inhalieren und für die rektale Verabreichung als Zäpfchen. Welche Form für das betroffene Kind infrage kommt, sollte mit dem Kinderarzt besprochen werden. Speziell bei kleinen Kindern mit Pseudokrupp kann die Verabreichungsform als Saft sinnvoll sein, da diese Form der Verabreichung für das Kind schneller und stressfreier möglich ist als z. B. bei Zäpfchen. Außerdem setzt die Wirkung bei oraler Verabreichung in der Regel schneller ein als bei einer rektalen Verabreichung.

Behandlung von Pseudokrupp Schweregrad II bis IV

Die meisten Kinderärzte verschreiben Medikamente mit dem Wirkstoff Prednisolon neben dem Einsatz bei akuten Anfällen auch zur präventiven Einnahme bei Kindern, die bereits einen Pseudokrupp-Anfall erlitten haben. Die Einnahme vor dem Schlafen verhindert in den meisten Fällen einen erneuten Ausbruch. Ist allerdings ein höherer Schweregrad diagnostiziert worden, bei dem akute Anfälle mit schwerer Atemnot und Erstickungsgefahr einhergehen, erfolgt meist eine Behandlung mit Adrenalin.

Das Kind sollte dann unverzüglich in ein Krankenhaus eingewiesen und zunächst mit Adrenalin behandelt werden. Häufig wird direkt bei der Aufnahme im Krankenhaus ein Beruhigungsmittel verabreicht, was die Atmung des Kindes auf ein Normalniveau bringen und den Patienten vor zusätzlichen äußerlichen, für kleine Kinder bedrohlich wirkenden Einflüssen abschirmen soll.

Die Therapie mit Adrenalin erfolgt in der Regel durch Inhalation. Bei einer Sauerstoffsättigung unter 93 Prozent wird bei Pseudokrupp meist die zusätzliche Gabe von Sauerstoff mit entsprechender Maske notwendig. Tritt 30 Minuten nach der Adrenalin- bzw. Sauerstoffzufuhr keine Besserung ein, wird das Kind stationär aufgenommen und weiterhin mit Sauerstoff und Adrenalin über eine Maske versorgt. In solchen Fällen ist eine Intensivüberwachung erforderlich.

Sehr selten, in besonders schweren Fällen von Pseudokrupp oder bei Säuglingen, kann es vorkommen, dass eine Intubation erfolgen muss. Dabei wird ein kleiner Schlauch in die Luftröhre geschoben, um den Patienten mit Sauerstoff zu versorgen. Eine Intubation sollte nur im äußersten Notfall erfolgen.

Sabrina Mandel