Prednison/PrednisolonEines der besten Mittel um Krupp zu behandeln ist die Gabe von Glucocorticoiden (bekannter als Cortisone). In Deutschland werden die Glucocorticoide den Krupp-Kindern in den allermeisten Fällen als Zäpfchen verabreicht und dafür stehen zwei Wirkstoffe zur Verfügung : Prednison (zum Beispiel Rectodelt® Zäpfchen) und Prednisolon (zum Beispiel InfectoCortiKrupp® Zäpfchen). Prednison (Rectodelt) wird in der Leber von einem Enzym mit unaussprechlichen Namen (11ß-Hydroxysteroid-Dehydrogenase (Typ I)) zu Prednisolon (InfectoCortiKrupp) umgewandelt. Ganz genau weiß man das nicht, es gibt aber keine anderen Ansätze. Dieses Enzym ist im Körper für die Umwandlung von Cortison in Cortisol, die körpereigenen Substanzen, verantwortlich und hat eine immens hohe Aktivität. Es gewährleistet den fast 100%igen Umbau der einen Substanz in die andere (und das sehr schnell). Prednisolon ist chemisch gesehen der Alkohol von Prednison (Cortison/Prednison - Cortisol/Prednisolon). Der Wirkstoff von Rectodelt wird also in der Leber zu nahezu 100% in den von InfectoCortiKrupp umgewandelt, deshalb werden die Zäpfchen bei Krupp mit der gleichen Menge Wirkstoff verabreicht :100 mg. InfectoCortiKrupp ist im Grunde nur für die Akuttherapie gedacht (es gibt sie auch nur mit 100 mg Wirkstoff), während Rectodelt auch in niedrigeren Dosierungen hergestellt wird (5 mg, 10, mg, 30 mg und eben 100 mg) und somit für eine Dauertherapie geeignet ist, was bei Krupp aber nicht nötig ist. Die "Normdosis" bei Kindern variiert zwischen 5 und 20 mg/kg Körpergewicht (je nachdem, ob es sich um Dauertherapie oder Akutfall handelt), sodass einige Ärzte auch bei Krupp weniger Wirkstoff verordnen. Das Problem an dieser Stelle ist ganz allgemein, dass es keine richtige Forschung für die Medikamentation bei Kindern gibt. Normalerweise wird ein Medikament ja an freiwilligen Versuchspersonen getestet, mit Kindern macht das natürlich keiner, da sind die Ärzte auf Erfahrungswerte und unzuverlässige Umrechnungen angewiesen. Zu beachten ist, dass von den 100 mg Wirkstoff etwa 70% im Enddarm verloren gehen (d.h. sie werden ungenutzt ausgeschieden - man nennt das Bioverfügbarkeit), dem Körper stehen also nur etwa 30 % des Wirkstoffs zur Verfügung - bei einem 30 mg Zäpfchen bleibt da nicht mehr viel ..... In Wirkung und Nebenwirkung unterscheiden sich die beiden Präparate nicht, wenn sie nicht lokal (zum Beispiel auf der Haut) angewendet werden (da dort das umwandelnde Enzym nicht wirkt). Auch die Wirkung tritt bei beiden Medikamenten gleich schnell ein : nach etwa 20 bis 30 Minuten, die maximale Wirkdosis wird nach etwa 2 1/2 Stunden erreicht. Diese Seite habe ich natürlich nicht allein erstellen können, dafür hatte ich fachkundige Unterstützung. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Anja bedanken, einer sehr engagierten Apothekerin, die sich viel Arbeit gemacht hat, die ganzen Information zu diesem kniffeligen Thema zusammenzusuchen. Die Präparatbezeichnungen Rectodelt® und InfectoCortiKrupp® sind eingetragene Warenzeichen der Firmen Trommsdorff bzw. InfectoPharm.
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