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Symptome bei Pseudokrupp
Mögliche Symptome bei Pseudokrupp sind Heiserkeit, bellender Husten (sogenannter Krupphusten) und Atemnot. Die Symptome treten vorwiegend nachts auf.
Pseudokrupp

Symptome bei Pseudokrupp

Einem Pseudokrupp-Anfall geht meist eine Erkältungskrankheit mit Husten, Schnupfen und Fieber voraus. Die Infektion verursacht ein Anschwellen der Schleimhäute, was das Atmen nach und nach erschwert. Das typische Anzeichen für Pseudokrupp ist dann ein trockener, bellender Husten, der als Krupphusten bezeichnet wird. Hinzu kommen Heiserkeit und ein pfeifendes Geräusch beim Einatmen, der sogenannte inspiratorische Stridor, je nach Ausmaß kann es zu Atemnot kommen.

Ein Pseudokrupp-Anfall tritt meist nachts auf. Besonders bei Babys und sehr kleinen Kindern können die auftretenden Hustenanfälle zu Panik führen, die im schlimmsten Fall eine akute Atemnot auslösen. Meist verschafft das beruhigende Einwirken der Eltern in Verbindung mit frischer Luftzufuhr Linderung.

Symptome bei Atemnot des Kindes

Folgende Anzeichen können auf eine fortbestehende, schwere Atemnot hinweisen:

  1. Einziehungen der Zwischenrippenhaut: Beim Atmen wird die Haut zwischen den Schlüsselbeinen, oberhalb des Brustbeins und zwischen den Rippen deutlich sichtbar eingezogen
  2. Nasenflügeln: Die Nasenflügel beben bei jedem Atemzug
  3. Inspiratorischer Stridor: Deutlich hörbares Pfeifen beim Einatmen
  4. Färbung der Haut: Bläuliche Lippen, Blässe
  5. Schnappatmung oder deutlich beschleunigte Atmung

Treten diese Symptome auf und bleiben trotz beruhigender Maßnahmen bestehen, sollte unverzüglich der Notarzt gerufen werden. Auch bei häufigen nächtlichen Pseudokrupp-Anfällen, die sich nach kurzer Zeit regulieren, sollte mit dem behandelnden Kinderarzt Rücksprache gehalten werden.

Schweregrade von Pseudokrupp

Kinderärzte erkennen das klassische Geräusch vom Krupphusten meist sofort. Um eine geeignete Behandlung vorzunehmen, genügt allerdings die bloße Diagnose Pseudokrupp in der Regel nicht. Deshalb wird das Ausmaß von Pseudokrupp nach verschiedenen Schweregraden unterschieden. Eine Klassifizierung erfolgt in der Regel anhand des Westley-Scores, bei dem fünf für Pseudokrupp typische Symptome punktemäßig bewertet werden:

1. Stridor – zischend, pfeifendes Geräusch beim Einatmen

  • 0 Punkte: nicht vorhanden
  • 1 Punkt: bei Ruhe mit dem Stethoskop zu hören
  • 2 Punkte: bei Ruhe ohne Stethoskop hörbar

2. Einziehung – sichtbares Einziehen der Zwischenrippenhaut

  • 0 Punkte: nicht vorhanden
  • 1 Punkt: mild
  • 2 Punkte: moderat
  • 3 Punkte: ausgeprägt

3. Ventilation – Gasaustausch in den Lungenbläschen

  • 0 Punkte: normal
  • 1 Punkt: vermindert
  • 2 Punkte: stark vermindert

4. Zyanose – bläuliche Verfärbung der Lippen und der Haut

  • 0 Punkte: nicht vorhanden
  • 1 Punkt: bei Aufregung
  • 2 Punkte: in Ruhe

5. Bewusstsein

  • 0 Punkte: normal, ohne Beeinträchtigung
  • 5 Punkte: Desorientierung

Aus der punktemäßigen Bewertung des Zustands des Patienten ergibt sich eine Summe, die über die Einteilung des Schweregrades von Pseudokrupp entscheidet. Bei etwa 85 Prozent der Patienten liegt eine milde Form vor, nur etwa ein Prozent der Betroffenen leidet unter einem schweren Pseudokrupp.

Schweregrad I: Milder Pseudokrupp

  • 0 bis 2 Punkte – typischerweise bellender Husten, Heiserkeit und Stridor

Schweregrad II: Moderater Pseudokrupp

  • 3 bis 5 Punkte – typischerweise Stridor, leichte Atemnot, sichtbare Einziehungen im Halsbereich

Schweregrad III: Schwerer Pseudokrupp

  • 6 bis 11 Punkte: typischerweise Blässe, erhöhte Pulsfrequenz, sichtbare Einziehungen am Brustkorb, Atemnot

Schweregrad IV: Bevorstehende respiratorische Ineffizienz

  • 12 bis 14 Punkte: schwerwiegende Atemnot, Blaufärbung der Haut, langsame Pulsfrequenz, Erstickungsgefahr, Schläfrigkeit – Schweregrad IV ist ein akuter Notfall

Sabrina Mandel