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Ursachen von Pseudokrupp
Die Ursache von Pseudokrupp ist in einem Großteil der Fälle eine vorhergegangene Virusinfektion.
Pseudokrupp

Ursachen von Pseudokrupp

Von Pseudokrupp mit seinem unverkennbaren Symptom des Krupphustens sind vorrangig Kleinkinder betroffen. Die Ursache dafür liegt insbesondere in der anatomischen Beschaffenheit der oberen Atemwege bei jungen Patienten. Der Kehlkopf ist noch verhältnismäßig klein und der Bereich unterhalb der Stimmbänder ist im Vergleich zu Erwachsenen sehr eng. Kommt es in diesem Gebiet zu einem krankheitsbedingten Anschwellen, wird der Weg der Atemluft stark eingeschränkt. Bereits eine Schwellung des Ringknorpels der oberen Luftröhre von einem Millimeter führt bei einem Kleinkind zu einer 16-fachen Erhöhung des Luftwiderstands.

Virale Infektionen als Ursache von Pseudokrupp

Dass sich der Bereich der oberen Atemwege verengt, ist meist die Folge einer vorausgegangenen viralen Infektion. Vor einem Pseudokrupp-Anfall ist ein Großteil der kleinen Patienten bereits stark erkältet und leidet unter Halsschmerzen und Fieber. Pseudokrupp ist dementsprechend meist eine Folge vorheriger Erkrankungen, die meist durch Viren verursacht wurden.

Als verursachende Viren für einen Pseudokrupp-Anfall sind all die Virenstämme bekannt, die auch eine Erkältung oder einen Infekt auslösen können. Häufig handelt es sich dabei um Parainfluenza-Viren oder Influenza-Viren des Typs A oder auch B. Weitere Virenstämme, die Erkältungssymptome und einen Pseudokrupp auslösen können, sind Adeno-, RS-, Rhino- und Metapneumoviren. Eher selten sind Epstein-Barr-, Herpes-, Masern- oder Windpockenviren die Ursache von Pseudokrupp.

Was passiert im Körper bei einem Virusbefall?

Viren haben insbesondere die Eigenschaft, über die Schleimhäute in den Organismus vorzudringen. Als natürliche Abwehrreaktion des Körpers kommt es bei einem Virenbefall zu einer Entzündung der Schleimhäute und infolgedessen zum Anschwellen. Von dieser Abwehrreaktion sind meist alle Schleimhäute betroffen, die auch für die Funktion der Atmung eine Rolle spielen, also die Schleimhäute in der Nase, dem Mund und Rachenraum. Mit voranschreitender Erkrankung schwellen auch die Schleimhäute unterhalb des Kehlkopfes an.

Eine weitere Reaktion der körperlichen Abwehr auf die Viren ist meist eine vermehrte Ansammlung von Schleim in den Bronchien. Der Organismus versucht über die Absonderung des schleimigen Sekrets, die Eindringlinge aus dem Körper zu befördern, indem ein starker Hustenreiz entsteht. Die Verbindung aus geschwollenen Schleimhäuten der oberen Atemwege und dem Abhusten des Sekrets kann bei Kleinkindern einen Pseudokrupp-Anfall auslösen.

Pseudokrupp ist ansteckend, denn die auslösenden Viren werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Besonders in den kalten Monaten zwischen Oktober und März kommt es deshalb häufig zu einer Häufung von Pseudokrupp-Fällen, die mit einer generell höheren Infektionsrate in dieser Jahreszeit einhergeht.

Weitere Auslöser für Pseudokrupp

Nicht nur Viren können eine Entzündung der Schleimhäute auslösen, auch bestimmte Bakterienstämme verursachen dieselben Symptome, so z. B. Pneumokokken oder Staphylococcus aureus. Zudem haben Kinder mit Allergien und Asthma ein höheres Risiko für Pseudokrupp. Studien konnten überdies belegen, dass Kinder aus Raucherhaushalten überdurchschnittlich häufig von Pseudokrupp betroffen sind.

Sabrina Mandel